Ernte und Wetter

2.Juni: die Haupt-Ernte hat begonnen

Maisfeld wächst

Seit Beginn der Regenzeit Anfang Dezember bis April/Mai fiel der Niederschlag, mal moderat, mal stark. Die Pflanzen wuchsen gut. Allerdings sind die Bohnen in März z.T. verfault wegen zuviel Regen. Am 2.Juni '24 kam die Nachricht "Die Ernte von Mais und Sonnenblumen hat begonnen. Das ist jetzt die Haupt-Tätigkeit in Mavande. Die Ernte ist gut und reichlich, so werden wir im kommenden Jahr kein Hunger leiden. Aber die Erlöse für den Verkauf von Ernte-Überschüssen sind gering, dagegen waren die Preise für den notwendigen Dünger hoch." Daraus resultieren finanzielle Probleme, die Erlöse müssen nicht nur für den Dünger ausreichen, sondern auch für vieles andere, wie Schulkosten, Arztbesuche, Kleidung, Hausreparaturen.

Ackerpflanzen wachsen

Starkregen-Desaster im Norden Tansanias im Dezember 2023

Sie haben es vielleicht auch in den Nachrichten gehört: im Norden von Tansania gab es Anfang Dezember 2023 Starkregen, und in der Folge Überflutungen und Erdrutsche, mit mindestens 76 Toten. Ich habe den Partnern schon unser Mitgefühl ausgesprochen. Mavande liegt 700 km weiter südlich, aber auch dort gibt es seit 1. Dezember schon kräftigen Regen. Die Menschen beten und hoffen, dass der Regen lange genug anhält, dass die Ernte reif wird, aber andererseits nicht so stark wird dass er Zerstörungen anrichtet. Anfang Mai 2024 ähnliche Situation.

 

Vorherige Saison Dez 2022 - Mai 2023: Regen war ausreichend und beständig genug für die Ernte

Die Regenzeit begann am 19.12.2022. Seitdem regnete es beständig, ausreichend für die Pflanzen (Mais, Bohnen, Sonnenblumen u.a.) und ohne Unwetter, bis im April/Mai 2023 die Pflanzen reif zum Ernten waren. Die Bewohner von Mavande sind zufrieden mit der Ernte, aber die stark gestiegenen Preise für den notwendigen Dünger waren ein großes Problem: seit 2021 ist er mehr als doppelt so teuer – viele bepflanzten nur noch einen Teil ihrer Felder weil sie absehen können dass sie sich den Dünger für alle Felder nicht mehr leisten können. Obwohl sie eigentlich die Ernte von allen Feldern brauchen (für den Eigenbedarf und um einen Teil zu verkaufen zwecks Einnahmen).
Reserven der Bewohner sind in den letzten harten Jahren aufgebraucht, so haben wir finanziell beim Düngerkauf ein wenig geholfen mit ca. 1300 €. Wenn Sie sich beteiligen wollen – ihre Spende ist hochwillkommen! (Verwendungszw.: "Spende MAVANDE Dünger")

 

Hier ist der Mais reif und getrocknet - fertig zum Ernten. Denn in Tansania wird der reife Mais am Stengel trocknen gelassen:

 

Letztes Jahr dagegen fiel die Ernte wg. Trockenheit extrem gering aus.

 

Allgemeines zu Veränderungen der Lebens-Situation in Tansania

(Stand Sep.2022 aber weiterhin gültig)

In den letzten Jahren findet folgende Veränderung statt: die Regenzeit fängt später an (früher war das im November, jetzt Mitte/Ende Dezember) und hört früher auf. Dadurch fällt die Ernte geringer aus als früher weil manches nicht mehr reif wird.

Mais zu trocken

Und es regnet weniger, z.B. führte der Fluss in Ilembula früher ganzjährig Wasser, jetzt fällt er trocken im August und September. Dadurch entsteht saisonal Strommangel mit Elektrizitätsabschaltungen, weil ein großer Teil des Stroms in Tansania durch Wasserkraftwerke erzeugt wird. Andererseits regnet es mitunter so viel, dass der Fluß über die Ufer tritt und Felder wegspült (so geschehen vor 3 Jahren, auf diesen Feldern waren damals gerade die Hoffnungsträger Avocado-Bäume groß geworden).
Eine Auswirkung der globalen Klimakrise, welche unsere Partner in Tansania hart trifft.

U.a. durch diese Verknappung sind die Lebensmittel erheblich teurer geworden (siehe Beispiele unten, fast alles andere ist auch teurer geworden)

Jetzt kommt noch der Krieg Russland gegen die Ukraine dazu, mit der Veringerung der Getreidelieferungen von dort, und der Preissteigerung von Rohöl, wodurch daraus produzierter Dünger teurer wird. Die Ukraine wird (wurde) als "Kornkammer Europas" bezeichnet - 30% der Welt-Weizenernte wurde in der Ukraine und Russland geerntet, ebenfalls große Anteile am Mais. Beispielsweise Kenia, das Nachbarland von Tansania, bekam 80% seines Weizens aus der Ukraine und Russland. Da der verringert u. verzögert kommt, steigen die Weltmarkt-Weizenpreise stark, z.B. um 37% von Kriegsbeginn am 24.2. allein bis zum 9.3.2022

Also: geringere Ernte, höhere Preise (für Lebensmittel und die meißten anderen Güter). Daraus folgt:

  • Wer nur für den Eigenbedarf anbaut, erntet jetzt weniger, und muss Lebensmittel zukaufen (zu den gestiegenen Preisen), oder wird nicht satt. Aber vorher war oft schon kein Geld übrig.
  • Wer so viel auf den Feldern anbaut dass er einen Großteil verkaufen kann, kann dafür mehr Geld verlangen als früher. Er hat zwar auch geringere Ernte und gestiegene Unkosten, vor allem weil Dünger und Treibstoff viel teurer sind, könnte aber im Ganzen profitieren von der Situation.

Nach meinem Wissen sind die meißten Bewohner in Mavande Kleinbauern, auch wer einen anderen Beruf hat, baut im Nebenerwerb für den Eigenbedarf an, auch der Pastor.


Mögliche Abhilfe-/Verbesserungs-Maßnahmen, hier Ideen aus Tansania:

  • Trockenheits-resilientere Pflanzen anbauen, z.B. Süßkartoffeln (auch Universitäten in Tansania forschen in dieser Hinsicht) Im Aug.2023 habe ich schon Süßkartoffelfelder gesehen.
  • wo Felder mit Rindergespann gepflügt werden um dann säen zu können, würde das mit einem Kleintraktor mehr als 10 mal so schnell gehen. Da erst nach Beginn des Regens der Boden weich genug ist zum pflügen, kann durch das Pflügen mit Kleintraktor schneller nach Beginn der Regenzeit gesät werden, so haben die Pflanzen die vielleicht entscheidenden zusätzlichen Tage/Wochen an Wachstumszeit während der Regenperiode zur Verfügung.


Beispiele für die Teuerung (in den letzten Jahren bis Juni/Juli 2022)  (Tsh = Tansanische Shilling, ca. 2300 TSh = 1 €):

  • Mais (Hauptnahrungsmittel), 20kg(?): von 7000 Tsh auf 14 000 Tsh
  • Auch Bratöl wurde wesentlich teurer.

Ende  August 2022 schreibt der Pfarrer aus Mavande: Das größte Problem hier sind die stark steigenden Preise:

  • Benzin ist von 2000 auf 3700 tansanische Shilling ("TSh") gestiegen,
  • die Busfahrt in die nächste Stadt Makambako von 1500 auf 3500, und
  • Dünger hat sich von 35 000 auf 90 000 TSh verteuert. (ca. 2300 TSh sind 1 €) 

 

Die Christen in Mavande vertrauen auf Gott - der Pastor schreibt in vielen seiner Nachrichten "First I thank God that we are safe here in Mavande" oder  "we are completely safe and various activites are going on, such as spiritual and economic" = wir sind vollständig sicher und verschiedene Aktivitäten, z.B. religiöse und wirtschaftliche, werden durchgeführt; und er dankt Gott dafür.


Covid-Situation

Testen: viele Patienten mit Husten werden vorsorglich zum (Antigen Schnell-) Test geschickt. Der Test ist kostenlos für die Patienten.
Impfen: Impfstoff ist verfügbar, die Patienten können wählen zwischen verschiedenen Impfstoffen. (nach Berichten einer Krankenschwester aus Ilembula am 11.7.2022. Sowie weiteren Quellen wie Deutschlandfunk)


Saison Dez 2021 - Mai 2022: wg. Trockenheit Ernte wesentlich kleiner als sonst

Der Regen setzte statt im Dezember erst Mitte Januar ein. Dann erst können die Samen gesät werden. Seit Mitte April 2022 ist er ausgeblieben, die im Wachsen befindliche Ernte ist teils verdorrt. Der Regen ist auch nicht nachträglich gekommen. Wir haben gebetet, dass die Pflanzen nicht ganz verdorren. Die Ernte ist wesentlich kleiner ausgefallen als sonst, teils ganz ausgeblieben. Jetzt sind die Nahrungsmittel teurer als jemals geworden, z.B. der Preis des Hauptnahrungs¬mittels Mais hat sich verdoppelt!

Im April 2021 schrieb Pastor Mwelange: "Die Bohnenernte war einigermaßen gut. Aber dann kam zu wenig Regen, und der Mais wächst nicht richtig weiter." Deshalb wurde sehr viel weniger Mais geerntet als normal. Auch die Sonnenblumen-Ernte war gering. Der Pfarrer schließt seine Berichte über diese schlechten Nachrichten  mit den Worten: "Gott wird weiterhin für uns sorgen." und "Gott sorgt für uns auf seine Weise."

2018 besuchten Jugendliche aus München Mavande. Dort pflanzten sie gemeinsam mit dortigen Jugendlichen Avocadobaum-Setzlinge, um zu helfen, ein weiteres Einkommens-Standbein zu schaffen. Die sind groß geworden, und tragen Früchte. Auf den Bildern diese Bäumchen, und Jugendleiter aus Mavande davor.

Vor kurzem wurden neue, weitere Bäumchen gepflanzt, und werden hier bewässert

 

 

Feb. 2021: Die Erlöse für die Feldfrüchte sind seit Corona dramatisch gefallen: Für 20 ltr Zwiebeln von 10 000 auf 3000 Tz-Shilling, für 18 kg Mais von über 12 000 auf knapp 5000 Tz-Shilling gefallen, ebenso für Tomaten. Das macht die Situation sehr, sehr schwierig für viele dort, und auch für die Kirchengemeinde, da sie im wesentlichen auf regelmäßige Spenden angewiesen ist, welche jetzt ausbleiben!