Ernte und Wetter in Mavande

Feb. 2021: Die Erlöse für die Feldfrüchte sind seit Corona dramatisch gefallen: Für 20 ltr Zwiebeln von 10 000 auf 3000 Shilling, für 18 kg Mais von über 12 000 auf knapp 5000 Shilling gefallen, ebenso für Tomaten. Das macht die Situation sehr, sehr schwierig für viele dort, und auch für die Kirchengemeinde, da sie im wesentlichen auf regelmäßige Spenden angewiesen ist, welche jetzt ausbleiben!

Im April 2021 schrieb mir Pastor Mwelange: "Die Bohnenernte war einigermaßen gut. Aber dann kam zu wenig Regen, und der Mais wächst nicht richtig weiter." Deshalb wurde dieses Jahr sehr viel weniger Mais geerntet als normal. Auch die Sonnenblumen-Ernte war gering. Der Pfarrer schließt seine Berichte über diese schlechten Nachrichten  mit den Worten: "Gott wird weiterhin für uns sorgen." und "Gott sorgt für uns auf seine Weise."

Im Juli erreichte mich die Nachricht, dass es ungewöhnlich und sehr unangenehm kalt ist in Mavande. Mai bis Juli sind normalerweise ohnehin die kalte Jahreszeit, aber dieses Jahr war es extrem kalt für dortige Verhältnisse, besonders in der Region von Mavande: bis -6 Grad. (Unser Bild von Afrika beinhaltet sicher hohe Temperaturen, und Tansania befindet sich leicht südlich des Äquators, aber Mavande liegt auf 1740 Meter über Meereshöhe.)

Dezember 2021: in Mavande wird jetzt die Regenzeit sehnlichst erwartet, hat aber noch nicht begonnen. Dann erst können die Samen von Bohnen, Mais, Erdnüssen und Sonnenblumen gesät werden.  Und die Metereologen sagen leider für die nächste Saison wenig Regen voraus.

Ende Januar 2022 erhielt ich die erlösende Nachricht: seit 14 Tagen regnet es jeden Tag, und die Samen beginnen zu sprießen.

Seitdem regnet es weiter ausreichend, mehr als ausreichend, was auch wieder problematisch ist, da dadurch mehr Dünger gebraucht wird, und die Düngerpreise haben sich im letzten Jahr um 75% erhöht. Leider gab es auch Stürme, welche Bäume und 18 Häuser beschädigt haben, bei einem sogar das Dach weggeweht.

Nachricht vom 1.März: Der Regen fällt weiter, die Ernte wächst relativ gut.

 

 

 

Nachricht am 12.April: Es herrscht Trockenheit - die Pflanzen bekommen zu wenig Wasser!  20.April: "Der Mais vertrocknet." Beten wir mit ihnen, dass die Pflanzen nicht ganz verdorren!


Überlegungen  angesichts des Krieges in der Ukraine:

  1. Die Ukraine wird (wurde) als "Kornkammer Europas" bezeichnet. 30% der Welt-Weizenernte wird in der Ukraine und Russland geerntet, ebenfalls große Anteile am Mais. Kenia, das Nachbarland von Tansania, bekommt 80% seines Weizens aus der Ukraine und Russland. Wenn der jetzt z.T. ausfällt, werden sicherlich die Weizenpreise stark steigen (sind auf dem Weltmarkt schon um 37% gestiegen von Kriegsbeginn am 24.2. bis zum 9.3.) Kenia wird Weizen u.a. in Tansania kaufen, dadurch werden die Preise auch in Tansania erheblich steigen – was den Bewohnern von Mavande Schwierigkeiten bereiten wird, soweit sie nicht selbst diese Feldfrüchte erzeugen. Ob die höheren Preise den Anderen, den Bauern, nutzen, vermag ich nicht abzuschätzen.
  2. Aufgrund des Krieges sind die Rohstoffe für Düngemittel, und die Düngemittel selbst, teurer geworden. Auch in Mavande werden davon viele benutzt, und im letzten Jahr sind Düngemittel dort schon um 75% teurer geworden.
  3. Sansibar war als Urlaubsort bei russischen Touristen beliebt. Die werden jetzt sicher ausbleiben, und dadurch die tansanische Wirtschaft schwächen.