Bisher galt Tansania relativ als Insel der politischen Stabilität in Ostafrika. Am 29. Oktober wurde in Tansania die Staatspräsidentin gewählt. (In Deutschland war kaum etwas darüber zu hören.) Als Wahlsiegerin wurde die bisherige Präsidentin Samia Suluhu Hassan mit 98 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 87 % erklärt. Wahlbeobachter waren nicht zugelassen. Solche Ergebnisse kennen wir aus der DDR und aus China - übrigens zwei Staaten, die in Tansania großen Einfluss hatten oder haben. Zeitweilig war das Internet im Land abgeschaltet. Die Opposition hat die Wahlen boykottiert und zu einer Verfassungsreform aufgerufen.
Kritische Journalisten und Politiker wurden verhaftet, entführt oder verschwanden. Die Bevölkerung wird scharf überwacht, Demonstrationen wurden – wie im Iran – äußerst blutig niedergeschlagen von Polizei, Geheimdienst und schwer Bewaffneten, die nicht zugeordnet werden konnten. In der Kleinstadt Usa River wurde so auch der Sohn des Pfarrers beim Demonstrieren erschossen. So wie hunderte andere junge Leute.
Das europäische Parlament hat einstimmig beschlossen, Entwicklungsgelder von 156 Mio Euro einzufrieren. Gefordert wird eine Verfassungsreform, Bekämpfung der Korruption und eine unabhängige Untersuchung. Frau Präsidentin Hassan hat sich eine Einmischung des Westens in innertansanische Angelegenheiten verbeten.
Eine gute Informationsquelle ist die Internetseite von Mission-EineWelt, dort kann man nach Tansania suchen. Wir dürfen unsere Partner in Tansania jetzt nicht allein lassen, wir beten für sie. Auch am Tansaniasonntag, den 19. Juli.
Gebet für Tansania:
„Rettender Gott, halte deine Hand über die Menschen in Tansania. Tröstender Gott, sei bei allen, die in den Protesten verletzt wurden, sei mit den Familien der Getöteten. Bergender Gott, sei allen nahe, die Angst davor haben, was mit ihrem Land gerade geschieht. Frieden bringender Gott, hilf, dass alle, die Verantwortung tragen, Gewalt beenden und zum Dialog bereit sind. Schützender Gott, bewahre die Menschen in unseren Partnerschaften und alle, die um Frieden und Gemeinschaft bangen. Amen.“
